
Omniac Glossar
Von Account Takeover bis Zwei-Faktor-Authentifizierung: In unserem Glossar findest du klare Definitionen zu den wichtigsten Begriffen rund um Identitätsschutz und Cyber Security.
Wir übersetzen technisches Fachwissen in verständliche Sprache, damit du das Vokabular der Cyber-Kriminellen verstehst und dich proaktiv vor Identitätsdiebstahl schützen kannst.
59 terms found
A
- Account Takeover (ATO)
Account Takeover (Kontoübernahme) bezeichnet den Diebstahl eines Online-Kontos durch Dritte. Kriminelle verschaffen sich unbefugt Zugriff (z. B. durch gehackte Passwörter), sperren den eigentlichen Nutzer oft aus und missbrauchen den Account für Betrug oder Datendiebstahl.
- Anonymisierung
Bei der Anonymisierung werden personenbezogene Daten so verändert, dass sie keiner spezifischen Person mehr zugeordnet werden können. Im Gegensatz zur Pseudonymisierung ist dieser Schritt meist unumkehrbar und dient dem Schutz der Privatsphäre.
B
- Brute Force
Eine „Rohe Gewalt“-Methode, bei der Angreifer automatisierte Software nutzen, um Milliarden von Passwortkombinationen pro Sekunde auszuprobieren, bis sie den richtigen Zugang finden.
C
- Catfishing
Hierbei erstellen Betrüger gefälschte Profile in sozialen Netzwerken oder Dating-Apps, um eine emotionale Beziehung zu Opfern aufzubauen und sie später finanziell auszunutzen oder zu manipulieren.
- Credential Stuffing
Ein automatisierter Angriff, bei dem Kriminelle Listen mit bereits gestohlenen Benutzernamen und Passwörtern nutzen, um sich bei anderen Diensten einzuloggen. Da viele Menschen überall dasselbe Passwort nutzen, ist diese Masche oft erfolgreich.
- Cyber Intelligence
Die übergeordnete Analyse der digitalen Bedrohungslage. Sie kombiniert technische Daten mit menschlicher Analyse und geopolitischem Kontext, um Unternehmen proaktiv vor Angriffen zu schützen, bevor diese stattfinden.
D
- Darknet (Dark Web)
Ein verborgener Teil des Internets, der nur mit spezieller Software (wie dem Tor Browser) zugänglich ist. Er bietet hohe Anonymität, wird aber leider oft als Marktplatz für gestohlene Daten und illegale Waren missbraucht.
- Datenleck
Das unbeabsichtigte Freiwerden sensibler Informationen, etwa durch eine Fehlkonfiguration eines Servers oder eine Sicherheitslücke, wodurch Daten für Unbefugte im Internet einsehbar werden.
- Datenpanne (Data Breach)
Ein rechtlicher Begriff (oft im Kontext der DSGVO), der beschreibt, dass personenbezogene Daten verloren gegangen sind oder unrechtmäßig übermittelt wurden. Solche Pannen müssen oft den Behörden gemeldet werden.
- Datensicherheit
Der Schutz von Daten vor Verlust, Manipulation oder unbefugtem Zugriff durch technische Maßnahmen wie Verschlüsselung, Firewalls und Backups.
- Deep Web
Alle Inhalte im Internet, die nicht von Suchmaschinen wie Google erfasst werden (z. B. passwortgeschützte Datenbanken oder E-Mail-Postfächer). Es ist deutlich größer als das „sichtbare“ Web und nicht per se gefährlich.
- Digitale Identität
Deine digitale Identität ist die Summe aller Spuren, die du im Netz hinterlässt – quasi dein digitales Profil. Es besteht aus Daten, die du bei Online-Banking, Social Media oder Shopping angibst. Wer dieses Profil kontrolliert, kann sich digital als „Du“ ausweisen.
- Doxing
Das gezielte Suchen und Veröffentlichen privater Informationen einer Person (wie Adresse, Telefonnummer oder Arbeitsplatz) im Internet mit der Absicht, das Opfer einzuschüchtern oder ihm zu schaden.
E
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Ein Sicherheitsverfahren, bei dem Daten auf dem Gerät des Senders verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt werden. Niemand dazwischen – nicht einmal der Dienstanbieter – kann die Inhalte mitlesen.
- External Attack Surface Management (EASM)
Die kontinuierliche Überwachung aller von außen sichtbaren digitalen Schwachstellen eines Unternehmens (z. B. vergessene Subdomains oder offene Ports), um die „Angriffsfläche“ für Hacker zu minimieren.
F
- Firewall
Ein digitaler Schutzwall, der den ein- und ausgehenden Datenverkehr eines Netzwerks überwacht und verdächtige Verbindungen nach festgelegten Sicherheitsregeln blockiert.
- Fraud Prevention
Alle Maßnahmen und Technologien, die darauf abzielen, betrügerische Aktivitäten (wie Kreditkartenbetrug oder Identitätsmissbrauch) in Echtzeit zu erkennen und zu verhindern.
G
- Gateway
Ein Verbindungsknoten zwischen zwei Netzwerken. In der Sicherheit dient es oft als Kontrollpunkt, der Daten filtert, bevor sie vom Internet ins interne Firmennetz gelangen.
- Geoblocking
Eine Technik, die den Zugriff auf Internetinhalte basierend auf dem geografischen Standort des Nutzers (ermittelt über die IP-Adresse) einschränkt oder sperrt.
H
- Hacking
Das Ausnutzen von Sicherheitslücken in Computersystemen. Während „ethische Hacker“ dies tun, um Lücken zu schließen, verfolgen Kriminelle das Ziel, Daten zu stehlen oder Systeme zu stören.
- Honeypot
Ein „Honigtopf“ ist ein bewusst unsicher gestaltetes System, das als Falle für Hacker dient. Er lockt Angreifer an, um deren Methoden zu analysieren, ohne das echte Firmennetzwerk zu gefährden.
- HTTPS
Die verschlüsselte Version des Internet-Protokolls. Sie stellt sicher, dass die Datenübertragung zwischen dir und einer Website sicher ist. Dennoch schützt HTTPS nur den Übertragungsweg, nicht vor betrügerischen Inhalten auf der Zielseite selbst.
I
- Identitätsdiebstahl
Bei Identitätsdiebstahl nutzen Kriminelle deine persönlichen Daten (z. B. Name, Kreditkartennummer, Logins), um sich als „Du“ auszugeben und Straftaten oder Betrug zu begehen. Da gestohlene Daten oft jahrelang im Netz kursieren, ist die Bereinigung aufwendig. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gehört dies zu den drei größten Gefahren für Internetnutzer.
- Incident Response
Der organisierte Prozess, wie ein Unternehmen auf einen Sicherheitsvorfall (z. B. einen Hackerangriff) reagiert, um den Schaden zu begrenzen und den Normalbetrieb schnell wiederherzustellen.
- Infostealer
Ein „Information Stealer“ ist eine Schadsoftware (Malware), die unbemerkt auf deinem Gerät landet. Sie spioniert Passwörter aus, fängt E-Mails ab oder zeichnet deine Tastatureingaben auf (Keylogging), um sensible Daten an Kriminelle zu senden.
- Inkognito-Modus
Eine Einstellung im Browser, die verhindert, dass Verlauf, Cookies oder Formulardaten lokal auf deinem Gerät gespeichert werden. Achtung: Vor deinem Internetanbieter oder der Webseite selbst bist du dadurch nicht unsichtbar!
- IP-Adresse
Die IP-Adresse ist die digitale Adresse deines Geräts im Internet. Sie ist notwendig, damit Datenpakete ihren Weg finden und zum Beispiel eine Website auf deinem Bildschirm angezeigt werden kann.
J
- Juice Jacking
Ein Angriff, bei dem Kriminelle manipulierte USB-Ladestationen (z. B. an Flughäfen) nutzen, um beim Ladevorgang heimlich Malware auf dein Handy zu spielen oder Daten zu stehlen.
K
- Keylogging
Beim Keylogging (Tasten-Protokollierung) zeichnet eine Schadsoftware heimlich jeden deiner Tastenanschläge auf. Kriminelle nutzen dies wie eine digitale Wanze, um Passwörter, PINs oder vertrauliche Nachrichten direkt während der Eingabe mitzulesen.
L
- Least Privilege Prinzip
Ein Sicherheitskonzept, bei dem Nutzer und Programme nur genau die Zugriffsrechte erhalten, die sie für ihre aktuelle Aufgabe zwingend benötigen – nicht mehr und nicht weniger.
M
- Malware
Malware ist der Sammelbegriff für „bösartige Software“ (engl. Malicious Software). Dazu gehören Viren, Trojaner oder Spyware, die darauf programmiert sind, Schäden auf deinem Gerät anzurichten, Daten zu stehlen oder dich auszuspionieren – oft ohne, dass du es merkst.
- Multi Factor Authentication - MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung)
Ein Anmeldeverfahren, das mindestens zwei unterschiedliche Beweise für deine Identität verlangt (z. B. ein Passwort plus einen Fingerabdruck oder einen Code auf dem Handy).
N
- Next Generation Firewall
Eine moderne Firewall, die über das reine Blockieren von IP-Adressen hinausgeht und den Inhalt von Datenpaketen tiefgehend auf versteckte Schadsoftware untersucht.
O
- Open Source Intelligence (OSINT)
Das Sammeln und Analysieren von Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen (Internet, soziale Medien, Register), um Sicherheitsrisiken oder Bedrohungen frühzeitig aufzudecken.
P
- Passwort-Manager (Password Manager)
Ein Passwort-Manager ist ein digitales Hilfsmittel, das deine Passwörter sicher und verschlüsselt speichert. Du brauchst dir dann nur noch ein einziges, starkes Hauptpasswort zu merken. Es gibt ihn als Programm für den Computer oder als App für das Smartphone.
- Phishing
Phishing ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle versuchen, deine persönlichen Daten zu stehlen. Sie verschicken dazu gefälschte E-Mails oder Nachrichten, um dich dazu zu bringen, Passwörter oder Kreditkartennummern preiszugeben.
- Pig Butchering
Eine perfide Betrugsmasche, bei der Täter über Wochen Vertrauen aufbauen (das „Mästen“), um ihre Opfer dann zu hohen Investitionen in gefälschte Krypto-Plattformen zu bewegen (das „Schlachten“).
Q
- Quishing
Eine Wortschöpfung aus „QR-Code“ und „Phishing“. Hierbei werden manipulierte QR-Codes (z. B. auf Strafzetteln oder in Briefen) genutzt, um Nutzer auf gefälschte Bezahlseiten zu führen.
R
- Ransomware
Eine Erpressungssoftware, die deine Dateien verschlüsselt und sie erst gegen Zahlung eines Lösegelds (meist in Bitcoin) wieder freigibt. Laut BSI-Lagebericht 2025 bleibt sie eine der kritischsten Bedrohungen für Unternehmen.
- Router
Der Router ist das Gerät, das das Internetsignal in deinem Zuhause verteilt. Er empfängt die Verbindung von deinem Anbieter und leitet sie per Kabel oder WLAN an deine Geräte weiter.
S
- Schatten-IT
Die Nutzung von Hard- oder Software in einem Unternehmen ohne die Genehmigung oder das Wissen der IT-Abteilung. Dies stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar, da diese Tools nicht überwacht werden.
- Sextortion
Eine Erpressungsmethode, bei der Kriminelle behaupten, intime Aufnahmen des Opfers zu besitzen (oft gelogen) und mit deren Veröffentlichung drohen, falls kein Geld gezahlt wird.
- SIM Swapping
SIM-Swapping ist eine Art des Identitätsdiebstahls, bei der Kriminelle deine Mobilfunknummer auf ihre eigene SIM-Karte übertragen. So können sie Zugriff auf deine Konten erhalten, die mit dieser Nummer verknüpft sind.
- Smishing
Smishing (SMS + Phishing) bezeichnet den Diebstahl von Daten über Textnachrichten. Kriminelle versenden SMS mit dringenden Vorwänden, etwa zu Paketlieferungen oder Kontosperrungen, um dich zum Klicken auf einen Link zu bewegen. Dort werden deine Passwörter oder Bankdaten auf einer gefälschten Webseite abgegriffen.
- Spam-Filter
Der Spam-Filter ist eine Funktion in E-Mail-Programmen, die unerwünschte E-Mails automatisch in einen speziellen Ordner verschiebt. So bleibt dein Posteingang von unerwünschter Werbung oder Betrugsversuchen frei.
- Spyware
Eine Software, die darauf spezialisiert ist, dich heimlich auszuspionieren, dein Nutzungsverhalten aufzuzeichnen und diese Informationen ohne dein Wissen an Dritte zu senden.
- Starkes Passwort
Ein starkes Passwort ist schwer zu erraten. Es besteht aus einer Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen und sollte für jeden Dienst einzigartig sein.
T
- Tor Browser
Ein spezieller Webbrowser, der deine Verbindung über mehrere Server weltweit leitet (Zwiebel-Prinzip), um deine Spuren im Netz zu verwischen und Zugang zum Darknet zu ermöglichen.
- Trojaner
Eine Schadsoftware, die sich als nützliches Programm tarnt. Sobald du sie öffnest, installiert sie im Hintergrund andere Malware oder öffnet eine Hintertür für Hacker.
U
- URL Shortener
Dienste, die lange Internetadressen in kurze Links umwandeln (z. B. bit.ly). Kriminelle nutzen sie oft, um das eigentliche Ziel eines gefährlichen Links zu verschleiern.
V
- Verdächtige SMS
Eine verdächtige SMS ist eine betrügerische Nachricht, die dich unter Druck setzt, auf einen Link zu klicken, um zum Beispiel deine Daten preiszugeben oder Geld zu überweisen. Du erkennst sie oft an Rechtschreibfehlern, unbekannten Absendern und einer dringlichen, bedrohlichen Sprache. Lösche die SMS am besten sofort und klicke nirgends drauf.
- Vishing
„Voice Phishing“ – Betrugsversuche über das Telefon. Angreifer geben sich als Bankmitarbeiter oder Support-Techniker aus, um sensible Daten oder Überweisungen zu erschleichen.
- VPN (Virtual Private Network)
Ein VPN ist ein Dienst, der eine sichere und verschlüsselte Verbindung zum Internet herstellt. Er verbirgt deine IP-Adresse und schützt deine Daten, besonders in öffentlichen Netzwerken.
W
- Whaling
Eine gezielte Form des Phishings, die es auf die „großen Fische“ (Vorstände, Geschäftsführer) abgesehen hat, um durch deren hohe Befugnisse massiven Schaden anzurichten.
X
- XML External Entity (XXE)
Ein technischer Angriff auf Programme, die XML-Daten verarbeiten. Dabei wird das System gezwungen, interne Dateien preiszugeben oder andere Server im Netzwerk anzugreifen.
Y
- YubiKey
Ein bekannter physischer Sicherheitsschlüssel, der für die Zwei-Faktor-Authentifizierung genutzt wird. Er muss meist in den USB-Port gesteckt oder an das Handy gehalten werden, um einen Login freizugeben.
Z
- Zero Trust Security
Ein Sicherheitsmodell, das nach dem Motto „Niemals vertrauen, immer verifizieren“ arbeitet. Jede Anfrage an ein Netzwerk wird geprüft, egal ob sie von außerhalb oder innerhalb des Unternehmens kommt.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme für deine Konten. Neben deinem Passwort ist ein zweiter, unabhängiger Nachweis (z. B. ein Code per SMS) erforderlich, um dich anzumelden.
Social Engineering („soziale Manipulation“) ist eine Methode, bei der Kriminelle nicht den Computer hacken, sondern den Menschen. Durch Täuschung, etwa gefälschte Anrufe vom „Support“ oder täuschend echte E-Mails, wirst du dazu gebracht, freiwillig Passwörter herauszugeben oder Geld zu überweisen. Es ist quasi der „Enkeltrick“ in digitaler Form.